Unterschiede Access vs SQL-basierte Datenbanken

Es gibt viele Datenbank-Systeme. In diesem Artikel möchte ich die grafische Datenbank-Oberfläche MS Access mit den eher technischen SQL-Datenbanken vergleichen.

Vorteil von Access: Einfacher Zugang

Der entscheidenste Vorteil von Access ist, dass Sie sofort loslegen können: Tabellen anlegen, Formulare kreieren oder generieren lassen, Abfragen und Berichte zusammenklicken. SQL ist da wesentlich technischer. Sie legen die Tabellen entweder über die SQL-Schnittstelle, also mit rohem SQL, an oder bedienen sich eines grafischen Tools. Bei Formularen, Abfragen und Berichten spätestens benötigen Sie Programmierkenntnisse oder einen Programmierer. Denn SQL-Datenbanken sind vorrangig als Datenanbindung für individuell programmierte Software geeignet. SQL-Datenbanken trennen die Darstellung und Editierung der Daten klar von der Verarbeitung und Speicherung.

Vorteil von SQL: Große Datenbestände und Netzwerke

SQL-Datenbanken sind prinzipiell über ein Netzwerk mit dem Anwender bzw. der Anwendung, die die Datenbank nutzt, verbunden. Dadurch erwächst der Vorteil, dass mehrere Nutzer auf die Datenbank zugreifen können. Das ist bei MS Access zwar auch möglich über eine Windows-Ordnerfreigabe, hat sich aber bei vielen Zugriffen als problematisch herausgestellt.

Sobald größere Datenmengen ins Spiel kommen, ist SQL klar im Vorteil. SQL-Datenbanken verwenden ausgefeilte Techniken wie z.B. Indizes, Caches, materialisierte Views und vieles mehr. Moderne SQL-Datenbanken arbeiten mit Terabyte-weise Daten, die über mehrere Rechner verteilt werden können und Millionen von Anfragen pro Sekunde gleichzeitig bearbeiten können. MS Access hat hingegen schon bei mehreren tausend Einträgen Probleme mit der Performance.

Unschönes Datenbank-Design ins Access

Die direkte Anzeige von Tabellen in Access führt zu einem fatalen Anwenderverhalten: Denormalisierten Tabellen. Was sind denormalisierte Tabellen? Das Thema hier auszuführen, macht keinen Sinn. Sehen Sie sich aber den Wikipedia-Artikel zu Normalisierung an, kann man erahnen, dass normalisierte Tabellen die optimale Speicherform sind, allerdings in Access schwer zu realisieren. Da sich normalisierte Tabellen in Access schwerer ansehen lassen (man müsste alles über Formulare und zwischengeschaltete Views erledigen), tendieren viele Access-Nutzer dazu, denormalisierte Tabellen zu erstellen. Das verbraucht unnötig Speicher und nachfolgende Analysen der Daten werden erschwert.

Plattformunabhängigkeit

Auch hier hat SQL die Nase vorn: Während MS Access nur auf einigen Windows-Versionen läuft, gibt es SQL-basierte Datenbanken auf jedem Blackberry, Android-Handy und -Tablet, Apple-Produkten, PCs, Servern und sogar eingebetteten Systemen wie Heizungsreglern. Gerade wenn Sie viel mobil unterwegs sind, kann ein Zugriff auf Ihre Unternehmensdaten übers Mobilfunknetz einen klaren Vorteil für Sie bedeuten.

Aufwendigere Anwendungsentwicklung bei SQL

Eine SQL-Datenbank kann nie allein dastehen. Für jede Datenbank muss immer eine dazugehörige Software programmiert werden, die die Formulare, Tabellen-Ansichten und Diagramme bereitstellt. Sie erkaufen sich quasi Flexibilität, Plattformunabhängigkeit und Performance mit höheren Einstiegskosten.

Fazit

Der Marktanteil von Access wird weiter schrumpfen. Doch die umständlichere Entwicklung mit SQL-Datenbanken wird viele, vor allem kleinere Firmen, noch davon abhalten. Für diese Anwender wird wohl eine Standardsoftware herhalten müssen, es sei denn, der Launix Data Organizer kommt vorher auf den Markt.

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