
14 Jahre Launix – das sind 14 Jahre voller Ideen, Entwicklungsarbeit und Begegnungen. Aber auch 14 Jahre, in denen nicht immer alles nach Plan lief. Manche Jahre waren von Wachstum geprägt, andere von Unsicherheit. Wir haben neue Technologien entwickelt, Kunden bei ihrer Digitalisierung begleitet und mussten immer wieder lernen, uns auf veränderte Bedingungen einzustellen. Besonders das zurückliegende Jahr hat uns viel abverlangt. Heute blicken wir zurück – und zugleich wieder mit Zuversicht nach vorn.
Von der Idee aus der Oberlausitz zum modularen Unternehmenssystem
2012 gründete Carl-Philip Hänsch Launix in der Oberlausitz. Am Anfang stand die Entwicklung individueller Software. Schnell wurde jedoch deutlich: Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen brauchen digitale Lösungen, die zu ihren Abläufen passen, ohne die Kosten klassischer Individualentwicklungen tragen zu müssen.
Aus dieser Überlegung entstand ein Ansatz, der uns bis heute prägt. 2016 begann die Entwicklung von FOP, unserer Technologie zur featureorientierten Softwareentwicklung. Sie soll es ermöglichen, Anwendungen und Unternehmensprozesse modular zusammenzustellen und gezielt anzupassen. Aus ersten Modulen für Angebote, Rechnungen oder Kundenverwaltung wuchs mit der Zeit ein umfassender Werkzeugkasten für die Digitalisierung – unter anderem für Warenwirtschaft, Dokumentenmanagement, Personalverwaltung und Ticketsysteme.
Ein Meilenstein war die Veröffentlichung von FOP 1.0 im Juni 2025 – nach neun Jahren Entwicklung. Darauf sind wir stolz. Zugleich hat uns das vergangene Jahr gezeigt, dass ein gutes Produkt allein noch keine wirtschaftliche Sicherheit garantiert.
Sommer 2025: Ein Einschnitt, den wir nicht beschönigen wollen
Der Sommer 2025 war für Launix eine der schwierigsten Phasen der Unternehmensgeschichte. Während des Zollstreits mit den USA herrschte bei vielen Industrieunternehmen große Unsicherheit. Aus unserer Sicht war diese Zurückhaltung bei der Vergabe neuer Aufträge unmittelbar zu spüren: Entscheidungen wurden vertagt, neue Projekte blieben aus oder kamen deutlich langsamer zustande als erwartet. Anders als während der Corona-Krise erlebten wir dabei keine vergleichbar umfassende staatliche Abfederung der wirtschaftlichen Folgen. Die ausbleibenden Aufträge und die damit verbundenen Risiken mussten wir daher weitgehend selbst auffangen. Das verschärfte eine ohnehin schwierige Lage.
Die Folgen waren für uns schmerzhaft: Wir mussten große Teile unserer Belegschaft entlassen. Hinter einer solchen Entscheidung stehen Menschen, mit denen wir zusammengearbeitet, Projekte aufgebaut und Wissen gesammelt haben. Das lässt sich nicht mit einer nüchternen Kennzahl abhandeln.
Es folgte eine Sanierung und damit die Aufgabe, Launix wirtschaftlich neu auszurichten. Heute befinden wir uns wieder im Aufbau neuer personeller und organisatorischer Ressourcen – Schritt für Schritt und im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Aus dieser Erfahrung haben wir auch eine klare Priorität für unsere Produktentwicklung abgeleitet: Nicht immer mehr Module sind automatisch der größte Fortschritt. Statt ständig neue Funktionen anzubieten, legen wir inzwischen mehr Gewicht auf die Qualitätssicherung, die Dokumentation und die kontinuierliche Verbesserung unserer vorhandenen Lösungen. Die Software soll nicht nur viel können, sondern im Alltag zuverlässig, verständlich und angenehm zu bedienen sein.
Unsere Bestandskunden wachsen – und wir wachsen an ihren Anforderungen
Was uns durch die schwierige Phase getragen hat, waren vor allem unsere bestehenden Kundenbeziehungen. Im vergangenen Jahr gab es kaum bis keine Neukunden. Umso deutlicher wurde dafür etwas anderes: Unsere Bestandskunden entwickeln sich weiter – und ihre Anforderungen an unsere Software wachsen mit.
Manche Unternehmen digitalisieren Schritt für Schritt weitere Geschäftsbereiche. Andere buchen zusätzliche Module hinzu, lassen bestehende Arbeitsabläufe verbessern oder möchten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine bessere Benutzerführung entlasten. So entstehen aus langjährigen Projekten immer tiefere Partnerschaften. Dabei geht es längst nicht nur darum, weitere Softwaremodule bereitzustellen. Wir lernen gemeinsam, wo Abläufe unnötig Zeit kosten, welche Sonderfälle im Alltag auftreten und wie sich Prozesse wirtschaftlich verbessern lassen. Manchmal ist eine kleine, gezielte Änderung für einen Kunden wertvoller als ein komplett neues Modul.
Dieser Wandel ist für uns wichtig: Digitalisierung ist eben nicht mit der Einführung eines Systems abgeschlossen. Wenn ein Unternehmen wächst, verändern sich Datenmengen, Zuständigkeiten und Arbeitsprozesse. Eine gute Software muss das mitmachen – statt dem Unternehmen starre Abläufe aufzuzwingen. Unsere Aufgabe ist deshalb nicht nur die Entwicklung von Software, sondern die langfristige Begleitung betrieblicher Veränderungen.
Wenn eine Suche mehrere Minuten dauert: Warum Skalierbarkeit zählt
Wie groß diese Herausforderungen werden können, haben wir bei einem Kunden erlebt, dessen Datenbank über die Jahre stark angewachsen war. Die Suche nach Informationen, die im Arbeitsalltag schnell verfügbar sein sollten, brauchte schließlich mehrere Minuten. Eine solche Wartezeit ist nicht nur lästig: Sie bremst Abläufe aus und macht deutlich, dass eine ursprünglich passende technische Lösung mit neuen Datenmengen an ihre Grenzen geraten kann.
Für diese Herausforderung konnten wir auf ein Open-Source-Projekt aus unserem eigenen Haus zurückgreifen: MemCP Database. Damit gelang es uns, das konkrete Performanceproblem zu lösen.
MemCP verfolgt einen anderen Ansatz als viele klassische relationale Datenbanken. Es speichert Daten spaltenorientiert und komprimiert, verarbeitet geeignete Abfragen parallel und setzt auf kompakte Ergebnismengen, damit große Datenbestände effizient durchsucht und ausgewertet werden können. Es bietet unter anderem eine Schnittstelle über das MySQL-Protokoll. Besonders bei aufwendigen Filtern, Gruppierungen und Suchabfragen kann dieser Ansatz Vorteile haben.
Wie viel Potenzial darin steckt, zeigen die veröffentlichten Projektmessungen: Bei einer gefilterten Liste mit ungefähr einer Million Dokumenten benötigte eine Abfrage auf PostgreSQL rund 30 Sekunden, auf MemCP dagegen etwa 1,6 Sekunden. Das ist ein eigenständiges, dokumentiertes Testszenario – nicht die gemessene Vorher-nachher-Zeit unseres Kundenprojekts. Die Geschwindigkeit hängt immer von Daten, Abfragen und Infrastruktur ab. MemCP wird derzeit als Beta-Software weiterentwickelt und muss vor einem produktiven Einsatz für den jeweiligen Anwendungsfall sorgfältig geprüft werden.
Für uns steckt in dieser Erfahrung eine größere Erkenntnis: Wenn unsere Kunden wachsen, müssen wir nicht nur neue Funktionen liefern. Wir müssen auch dafür sorgen, dass ihre Systeme mitwachsen – ohne dass aus Sekunden irgendwann Minuten werden.
Viele kleine Verbesserungen ergeben einen großen Fortschritt
Wer unsere Entwicklung der vergangenen Monate verfolgt hat, wird festgestellt haben: Die spektakuläre Ankündigung eines völlig neuen Moduls stand nicht mehr im Mittelpunkt. Stattdessen haben wir an vielen Details gearbeitet, die in der täglichen Nutzung den Unterschied machen.
Benachrichtigungen und Kommunikation: Wir haben Benachrichtigungen und Erinnerungen verbessert. Dazu zählen unter anderem zuverlässigere E-Mail-Benachrichtigungen, Hinweise auf offene Tickets und Browser-Benachrichtigungen für neue Chat-Nachrichten. Wer mit mehreren Vorgängen parallel arbeitet, soll wichtige Informationen rechtzeitig erhalten, ohne ständig selbst nachsehen zu müssen.
Fortschritt bei langen Vorgängen: Große Datei-Uploads, Importe, Exporte oder umfangreiche PDF-Aktionen können dauern. Mit den Verbesserungen in FOP 1.8 sind solche Vorgänge durch Fortschrittsanzeigen besser nachvollziehbar. Die Anzeige kann auch dann sichtbar bleiben, wenn währenddessen an anderer Stelle gearbeitet wird. Unterstützte Vorgänge lassen sich bei Bedarf abbrechen. So wird aus einem unbestimmten Warten ein kontrollierbarer Prozess.
Bedienbarkeit und Dokumentenmanagement: Auch Auswahllisten, Tabellenfilter, PDF-Vorschauen und die Arbeit mit Dokumenten wurden überarbeitet. Dazu gehört beispielsweise, PDF-Dateien direkt im Dokumentenmanagement zusammenzuführen. Bei großen Kunden-, Artikel- und Mitarbeiterbeständen helfen gezieltere Such- und Auswahlmöglichkeiten, den Überblick zu behalten.
Mehr Anleitungen und besser nachvollziehbare Abläufe: Die Dokumentation wächst näher an den tatsächlichen Arbeitsschritten der Anwender. Statt nur einzelne Funktionen zu erklären, zeigen Anleitungen beispielsweise den Weg vom Angebot zum Auftrag oder zur Rechnung. Das hilft beim Einstieg, vereinfacht Schulungen und macht Support und Qualitätssicherung effizienter.
E-Rechnung: Vom neuen Standard zum echten Praxiseinsatz
Besonders viel Detailarbeit steckt in der E-Rechnung. Was zunächst nach einer überschaubaren Schnittstelle aussieht, zeigt seine Komplexität oft erst im realen Einsatz: unterschiedliche Rechnungsempfänger, abweichende Zahlungsinformationen, Steuerkonstellationen, Einheitencodes und Prüfsysteme müssen sauber zusammenspielen.
Weil unsere Kunden XRechnung und ZUGFeRD inzwischen tatsächlich im Geschäftsalltag einsetzen, erhalten wir konkrete Rückmeldungen aus echten Prozessen. Diese Erfahrungen fließen direkt in Verbesserungen ein: unter anderem bei IBAN und BIC, abweichenden Kontoinhabern, Steuerkategorien, Einheiten nach UNECE, PDF/A-3-Dokumenten und der korrekten Einbettung der XML-Rechnungsdaten. Auch die Ausgabe von Kundenbestellnummern und die Behandlung von Adresszusätzen wurden weiterentwickelt.
Das mag nach vielen Kleinigkeiten klingen. Für die Anwender entscheidet aber genau diese Sorgfalt darüber, ob eine Rechnung beim Empfänger reibungslos verarbeitet wird oder Rückfragen und Nacharbeit entstehen. Qualität entsteht häufig nicht durch das nächste große Feature, sondern durch hundert kleine Verbesserungen.
Ausbildung trotz KI: Warum wir wieder stärker in junge Talente investieren
Neben der Arbeit an unseren Produkten richten wir den Blick auch wieder verstärkt auf die Ausbildung junger Menschen. Das ist für uns keine Selbstverständlichkeit – gerade jetzt, da künstliche Intelligenz den Beruf des Softwareentwicklers grundlegend verändert.
KI kann heute bereits Code schreiben, Fehler analysieren und bei der Umsetzung von Funktionen helfen. Dadurch verschiebt sich, was Entwicklerinnen und Entwickler im Alltag leisten müssen. Reines Tippen von Programmcode verliert an Bedeutung; umso wichtiger werden das Verständnis von Geschäftsprozessen, die Wahl geeigneter Datenmodelle, das Prüfen von Ergebnissen, Qualitätssicherung, Sicherheit und die Fähigkeit, komplexe Probleme systematisch zu lösen.
Für Launix ist diese Entwicklung kein Grund, die Ausbildung aufzugeben. Im Gegenteil: Wir möchten junge Talente dazu befähigen, solche Werkzeuge kompetent einzusetzen, ihre Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Verantwortung für funktionierende Systeme zu übernehmen.
Ausbildung gehört schon lange zu unserer Geschichte. Bereits 2016 kamen die ersten Auszubildenden hinzu – in dieser Zeit entstand auch der gedankliche Ausgangspunkt für FOP. Dass wir heute wieder mehr Energie in den Nachwuchs investieren, knüpft an diese Wurzeln an und ist zugleich eine Investition in unsere Zukunft.
Wenig Neukundengeschäft – dafür stärkere Partnerschaften
Auch wirtschaftlich hat das vergangene Jahr unser Bild von Wachstum verändert. Bei den Neuaufträgen dominierten Bestandskunden. Sie wollten die Digitalisierung vertiefen, zusätzliche Module einführen, bestehende Prozesse verbessern oder die Benutzererfahrung optimieren.
Das ist eine andere Art von Wachstum, als wir sie uns ursprünglich vorgestellt hatten. Die Zahl neuer Kunden entwickelte sich kaum. Gleichzeitig sind die Beziehungen zu langjährigen Kunden enger geworden: Wir verstehen ihre Abläufe genauer, begleiten sie über längere Zeiträume und lösen zunehmend anspruchsvollere Probleme gemeinsam. Gerade darin zeigt sich eine Stärke unserer Arbeit: Die Software entwickelt sich mit dem Unternehmen weiter – nicht nur bis zum ersten erfolgreichen Projektabschluss, sondern auch danach.
Diese Stabilität wissen wir zu schätzen. Sie ersetzt auf Dauer jedoch nicht die Gewinnung neuer Kunden. Darum wollen wir die in den letzten Monaten gereiften Lösungen nun wieder aktiver am Markt anbieten – mit einem klareren Fokus auf ihren praktischen Nutzen.
Unser Blick nach vorn: Behutsam wachsen, Qualität sichtbar machen
Nach 14 Jahren ist unser Ziel nicht, einfach dorthin zurückzukehren, wo wir vor der Krise standen. Wir wollen die Erfahrungen nutzen, um Launix nachhaltig weiterzuentwickeln.
Dazu gehören für uns zwei zentrale Vorhaben: Unser Team im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten wieder vergrößern – mit einem besonderen Blick auf den Nachwuchs – und unsere verbesserten, erprobten Module mehr Unternehmen zugänglich machen. Wir wollen dabei weniger einzelne Funktionen in den Vordergrund stellen als die Fragen, die Unternehmen wirklich beschäftigen: Wo bremsen bestehende Programme sinnvolle Abläufe aus? Wo entsteht unnötiger Verwaltungsaufwand? Und wie lassen sich individuelle Prozesse mit vertretbarem Aufwand digitalisieren? Unsere flexiblen Lösungen und die Erfahrung aus langjährigen Kundenprojekten geben uns dafür eine gute Grundlage.
Dabei bleiben wir unserer Grundidee treu: Digitalisierung soll sich an den Unternehmen orientieren, nicht umgekehrt. Die nächsten Schritte liegen für uns deshalb in solider Technik, guter Dokumentation, verlässlichem Support und Lösungen, die auch dann funktionieren, wenn unsere Kunden wachsen.
Danke für 14 Jahre Vertrauen
14 Jahre Launix sind nicht die Geschichte eines ununterbrochenen Aufstiegs. Es gab Erfolge, Experimente, Rückschläge und schmerzhafte Entscheidungen. Gerade das vergangene Jahr hat uns viel abverlangt.
Umso dankbarer sind wir den Menschen, die diesen Weg mitgestaltet haben: unseren jetzigen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Partnern und vor allem unseren Kunden, die uns seit Jahren ihr Vertrauen schenken.
Wir haben eine schwierige Phase überstanden. Unsere Kunden wachsen. Unsere Lösungen werden reifer. Und Launix baut wieder auf.
Auf die nächsten Jahre – mit weniger Hektik um immer neue Module und noch mehr Energie für das, was wirklich zählt: Software, die im Alltag hilft und mit den Menschen und Unternehmen wächst, die sie nutzen.
Gibt es in Ihrem Unternehmen einen Prozess, den Ihre aktuelle Software nicht so unterstützt, wie Sie es brauchen? Erzählen Sie uns davon. Gemeinsam schauen wir, welche Verbesserungen sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar sind. Mehr über uns erfahren Sie auf Launix.
Quellen und weiterführende Informationen
- Launix – Über uns: Gründung, Unternehmensgeschichte und Ausbildung
- Launix – Pressemitteilung zur Veröffentlichung von FOP 1.0 (23.06.2025)
- Launix – FOP 1.5 Release
- Launix – FOP 1.6: Stabilität, Anleitungen und Verbesserungen
- Launix – FOP 1.7: Bessere Anleitungen und stärkere Geschäftsprozesse
- Launix – FOP 1.8: Ladebalken und E-Rechnung
- Launix – FOP 1.9: Auswahllisten, Benachrichtigungen und E-Rechnung
- Launix – E-Rechnung: Hintergrund und Anwendungsfälle
- MemCP Database – Projektseite und Funktionsüberblick
- MemCP – Projektstatus und Einschränkungen
- MemCP – Leistungsmessungen und Vergleichsbedingungen
- MemCP – Projektgeschichte
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