Dateneingabe – immer von Hand?

Dekaden hieß es, eine Datenbank-Applikation bekommt ihr Backend und eine Oberfläche, in die man Daten eingibt und aus der man die Daten wieder ablesen kann, bzw. Analysen darauf fahren kann. Was die meisten Unternehmen davon abgehalten hat, eine solche Software entwickeln zu lassen war der Fakt, dass all die Daten erst einmal eingegeben werden müssen. So kann es sehr lästig sein, bei der Arbeit mit einem CRM nach jedem Anruf eine Gesprächnotiz in der Software zu hinterlegen und jeden Brief neben der Papierform auch noch in der digitalen Welt abzubilden. Im folgenden Blogbeitrag werde ich ein paar alternative Eingabemethoden für Software aufzeigen:

Sensoren

Sind die wohl offensichtlichste Anwendung automatisierter Eingaben sind Sensoren. Diese können über verschiedene Kommunikationsmethoden mit der Datenbank kommunizieren. So sind Ethernet-basierte Sensoren, aber auch Wireless-Varianten über Bluetooth oder WLAN im Gebrauch. Einige ältere Produkte kommunizieren noch direkt über die PCI-Schnittstelle mit dem PC, bei neueren Varianten wäre USB zu erwähnen.

Da Sensordaten meist Störungen unterliegen, macht es Sinn, mit zusätzlichen Filtern die Aussagekraft der aufgenommenen Daten zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise Ausfallwert-Filter, Trigger und vieles mehr. Während viele Temperatursensoren bereits hardwareseitig Filter eingebaut haben, sind Beschleunigungssensoren recht empfindlich und die Messwerte müssen dem Anwendungsfall gerecht gefiltert werden. Generell haben Beschleunigungssensoren recht interessante Anwendungsfälle: So konnten Forscher bereits getippte Passwörter aus den Sensordaten ablesen. Beschleunigungssensoren sind so universell, dass sie zum Beispiel Tast-Sensoren ersetzen können, da eine Erschütterung ebenfalls auf eine Berührung hinweist.

Sensoren: Bilder

Ein anderer, sehr günstiger Sensor ist die Kamera. Kameras können mit intelligent programmierter Bilderkennung und guter Filterung bereits viele Sensoren ersetzen, beispielsweise Positionssensoren. Das Ergebnis ist teilweise sogar präziser und zuverlässiger. Weitere Bild-Sensoren sind Scanner. Die Bild-Text-Erkennung (OCR) ist zwar auf einem gewissen Stand der Technik stehen geblieben und auch heute noch nicht für das einsetzbar, für das es erfunden wurde. Allerdings lassen sich gewisse Teilaufgaben wie Dokument-Klassifizierung oder das Zusammensetzen anhand der Seitennummern, das Einsortieren anhand des Briefkopfes und vieles mehr durch spezialisierte Software realisieren.

Das Internet

Webseiten sind eine vielseitige Quelle von Informationen für Unternehmen. Leider ist die Fülle an Informationen so enorm, dass händisches Recherchieren sehr aufwendig ist. Abhilfe schaffen hier automatische Crawler oder maßgeschneiderte Browser-Plugins, die die interessanten Daten aus einer Webseite extrahieren. So ist das manuelle Sammeln von Adressdaten (Telefonnummern für Akquise-Telefonate) aufwendig und kann beispielsweise durch ein Skript basierend auf regulären Ausdrücken vereinfacht werden. Diese finden beispielsweise Telefonnummern-typische Zeichenfolgen in Dokumenten automatisch.

Crawler automatisieren diesen Ansatz noch stärker, da sie von selbst Webseiten besuchen, die miteinander verlinkt sind. So crawlen inzwischen viele Amazon-Händler ihre Produktseiten nach Bewertungen und sammeln diese in ihrer Datenbank, um den Geschäftserfolg zu beobachten und steuern zu können.

Implizites Wissen

Viele Daten sind bereits implizit in Ihren Datenbeständen vorhanden. Sie müssen nur noch extrahiert oder errechnet werden. So können beispielsweise die Arbeitskarten in einem Maschinenbaubetrieb automatisch angelegt werden, wenn die einzelnen Arbeitsgänge bereits in der Kalkulationsphase eingegeben wurden. Es müssten nur noch die noch unbekannten Daten ergänzt werden.