Die automatische Fabrik

Für einige ist es die Erfüllung der Technik, für andere der Albtraum der Beschäftigungslosigkeit. Es geht um die automatische Fabrik, genauer gesagt die Automatisierung sämtlicher Wirtschaftsprozesse.

Rohstoffgewinnung

Reden wir von der fernen Zukunft, in der alles automatisiert sein wird, können wir nicht nur unsere endlichen Ressourcen unter der Erde ausbeuten. Gleichermaßen muss Recycling die Hauptrolle in der Rohstoffgewinnung spielen. Recycling ist übrigens wesentlich effizienter als die Rohstoffgewinnung aus der Erde: Lagerstätten enthalten wenige Gramm des erwünschten Metalls in einer Tonne Erde. Die gewollten Rohstoffe abzuscheiden, ist aufwendig. Vorsortierte Recycling-Materialien haben eine wesentlich höhere Wertstoffdichte. Es müssen allerdings noch effektive Scheideanstalten entworfen werden, die idealerweise den Müll elementweise sortieren kann. Forschungsansätze experiementieren da mit Plasma-Zuständen. Zentrifugen könnten die Material-Sortierung vornehmen.

Halberzeugnisse

Die Herstellung von Halberzeugnissen ist bereits weitestgehend automatisiert. Maschinen verarbeiten Rohstoffe zu den gewünschten Produkten weiter. Wo heutzutage noch wenig automatisch läuft, ist der Einkauf und die Anlieferung der Rohstoffe, sowie der Verkauf und Abtransport, sowie die Lagerung. Vielleicht wird es eines Tages Software in Firmen geben, die anhand der Einkaufs- und Verkaufs-Preise an der Börse selbstständig entscheidet, ob produziert wird oder es profitabler ist, die Maschinen anzuhalten. Der Kauf von Rohstoff-Termingeschäften ist heutzutage schon problemlos möglich. Allerdings fehlt noch die Komponente, wie der Transport der Rohstoffe von der Erzeugerstätte zum Bestimmungsort ablaufen soll. Anstatt auf selbstfahrende Autos zu setzen, wären auch Eisenbahnen denkbar. Schüttgut kann heute schon von selbst auf Züge beladen werden. Die Weichenstellung läuft größtenteil schon automatisch. Lediglich am Bestimmungsort müsste noch eine Entnahmevorrichtung die Rohstoffe aus dem Zug entnehmen.

Produkte

Bei den Produkten wird es problematischer. Diese benötigen, anders als die relativ festgeschriebenen Halberzeugnissen, Produkt-Designs, die mit dem Vertrieb abgestimmt werden müssen, um den sehr feinen Kunden-Geschmack zu treffen. Vielleicht wird es irgendwann eine KI geben, die interessante Produkte entwickelt, vielleicht wird diese Sparte aber ewig in Menschenhand bleiben.

Die Vielfalt der zur Produktion eingesetzten Maschinen könnte drastisch abnehmen, da universelle Maschinen wie 3D-Drucker, CNC-Maschinen und Montage-Arme die in Dateien vorliegenden Designs produzieren können.

Vertrieb und End-Logistik

Einmal entwickelte Produkte könnten über Online-Shops vertrieben werden. Die Online-Shops müssten die Produkte einlagern und an die Endkunden ausliefern. Amazon experimentiert bereits mit Drohnen-Zulieferung. Ähnlich wie in Flughäfen kann man sich aber auch Transportbänder vorstellen, die unterbezahlte Paketzusteller ersetzen sollen. Das Lager müsste noch mit dem Versand durch Roboter-Arme gekoppelt werden. Momentane Ansätze scheitern noch an der großen Vielfalt von Produktgrößen, die in Pakete verpackt werden müssen.

… und die Realität?

Die Realität sieht etwas nüchterner aus. Wir Menschen sind immer weniger bereit, Geld für Produkte auszugeben. Das hat zur Folge, dass die Firmen Geld einsparen, indem sie die Löhne drücken. Viele Bereiche in der Wertschöpfungskette sind bereits automatisiert. Da unser Wirtschaftssystem aus vielen kleinen, wirtschaftlich handelnden, Individuen, den Firmen, besteht, wurden zuerst die Bereiche automatisiert, bei denen die meisten Einsparungen zu erreichen waren. Künftige Firmen müssen viel größer wachsen, damit sich für sie die einzelnen Optimierungen noch lohnen. Denn Menschen können sehr gut mit vielen kleinen, wechselnden, komplexen Aufgaben umgehen.

An vielen der Automatisierungen, die hier vorgestellt wurden, wird momentan schon gearbeitet. Unsere Firma beispielsweise arbeitet momentan daran, die Kommunikation zwischen den Fertigern einer Firma und ihrer Produktionsleitung zu digitalisieren. Ob als nächstes die Fertiger zuerst durch Roboter oder die Produktionsleitung zuerst durch Software ersetzt wird, steht noch in den Sternen.

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