Was ist die vielbesagte Blockchain?

Viele reden darüber, doch nur wenige wissen, wie sie funktioniert.

Die Blockchain ist eine Kette von Blöcken

Doch was ist ein Block und was genau ist Verkettung? Doch dazu erst ein Exkurs in die Geschichte der Blockchain: Der Bitcoin.

Eine dezentrale Währung, die auch ohne Zentralbank eine kontrollierte Geldmenge im Umlauf hält?

Genau das war das Ziel, mit dem Bitcoins geschaffen wurden. Es sollte eine Art Geld geschaffen werden, das folgende Eigenschaften besitzt:

  • Es gibt eine definierte Geldmenge im Umlauf. Niemand darf Geld erfinden oder fälschen können.
  • Geld muss von jemandem besessen werden können. Diesem darf das Geld nicht enteignet werden.
  • Wer im Besitz von Geld ist, soll in der Lage sein, dieses einer beliebigen Person überweisen zu können.
  • Es muss eine möglichst faire Ausschüttung des Anfangs-Geldbestands geben.

Bitcoins realisieren das so:

  • Geld besitzt, wer den privaten kryptografischen Schlüssel (vergleichbar mit einem Passwort) zu seinem Konto besitzt.
  • Mit einer Überweisung markiert man eigenes Geld mit dem öffentlichen kryptografischen Schlüssel eines fremden Kontos (vergleichbar mit einem Schnappschloss, zu dem man selbst den Schlüssel nicht hat, sondern nur der Empfänger)
  • Die Anfangs-Geld-Ausschüttung findet in der Anfangsphase statt. Es werden alle 10 Minuten 100 Bitcoin ausgeschüttet. Nach einigen Monaten nur noch 50, nach weiteren Monaten nur noch 25 bis die gesamte Umlaufmenge ca. 17 Mio Bitcoin beträgt.
  • Die Anfangs-Geld-Ausschüttung, sowie die Buchführung über alle Überweisungen (und damit die Nachvollziehbarkeit der Kontostände) werden in Blöcken gespeichert. Die Anfangs-Geld-Ausschüttung bekommt der, der den Block erstellt.
  • Es gibt ein mathematisch schwierige Rätsel, das ein Computer berechnen soll. Wer eine solche Rätsel-Lösung findet, darf einen Block erstellen (und erhält dadurch die Anfangs-Ausschüttung, sowie alle Transaktionsgebühren der Überweisungen, die er in den Block aufnimmt)
  • Auf diese Weise wird garantiert, dass alle 10 Minuten Überweisungen abgewickelt werden und weiteres Geld ausgeschüttet wird. Die Ausschüttung wird statistisch gesehen je nach Rechenleistung der Teilnehmer verteilt.

Was macht Blockchains so einzigartig?

Eine Blockchain ist, wie oben genannt, eine Kette von Blöcken. Ein Block besteht aus einer Nutzlast, wie beispielsweise der Liste von Überweisungen, die bestätigt wurden. Eine Klinik nutzt die Blöcke beispielsweise, um Patientenbefunde zu zementieren. Eine spätere Änderung am Befund ist dadurch für alle nachvollziehbar. Die Verkettung entsteht dann daraus, dass jeder Block jeweils seinen Vorgänger-Block bestätigt. Das funktioniert, indem eine Prüfsumme (auch Hash genannt) vom vorherigen Block erstellt wird. Wird der vorherige Block geändert, würde also der nächste Block auf die Änderung hinweisen. Durch die Verkettung der Blöcke ist die Vergangenheit dadurch umso schwerer änderbar, je mehr Blöcke darauf folgen.

Blockchains machen einen Ereignisverlauf nachvollziehbar

Durch die Verkettung der Blöcke ist es fast unmöglich, die Kette zu manipulieren, wenn bereits Blöcke angehängt wurden. Neue Blöcke werden von den Blockchain-Nutzern nämlich nur akzeptiert, wenn sie die Richtigkeit der kompletten Vergangenheit bestätigen.

Ein Betrüger könnte also die Welt gestalten, wiedie-wiede-wie sie ihm gefällt, er würde damit allerdings allein dastehen. Alle anderen Nutzer der Blockchain haben den Blockverlauf als Beweis, wie es tatsächlich geschehen ist.