Anforderungen an eine Softwareentwicklung

80% aller IT-Projekte scheitern. Meist liegt es an mangelnder Planung und Zielsetzung, sowie dem späteren Einsatz in der Praxis. Damit das bei Ihnen nicht passiert, haben wir einige Tipps zusammengefasst, wie Sie die Anforderungen so formulieren, dass Ihr IT-Projekt zu einem Erfolg wird.

Zielsetzung

Zuerst sollten Sie sich klar machen, warum Sie überhaupt eine Software einsetzen wollen. Sollen die Mitarbeiter effektiver arbeiten können? Wollen Sie Informationen firmenweit zugänglich machen? Sollen Kennzahlen errechnet werden, die Sie voran bringen sollen?

Formulieren Sie Ihr Ziel exakt, um anschließend die Erreichung des Ziels überprüfen zu können. Beispiel: Durch die Einführung der Software sollen alle Mitarbeiter in der Lage sein, die Mandanten ihrer kranken Kollegen zu betreuen.

Funktionale Anforderungen: Was soll die Software leisten?

In den Funktionalen Anforderungen legen Sie fest, welchen Funktionsumfang die Software haben soll. Dazu gehören neben einem Datenschema, das festlegt, welche Daten Sie sammeln wollen, auch die Funktionsweise beispielsweise der statistischen Module, die Zugangsregeln und Rechteverwaltung, sowie eine Auflistung aller Aktionen, die die User durchführen können.

Softwareentwickler sind darauf geschult, mit Ihnen diese funktionalen Anforderungen zu erfasssen, sowie zu formulieren. Dies geschieht beispielsweise durch UML-Diagramme, aber auch durch textuelle Beschreibungen.

Nichtfunktionale Anforderungen: Wie es sich anfühlen soll

Zeitvorgaben können in einigen Fällen überlebenswichtig sein. Aber auch die Optik, sowie die Bedienbarkeit entscheiden über den Erfolg einer Software-Einführung. Jedoch werden nichtfunktionale Anforderungen kaum schriftlich festgehalten. Vertrauen Sie hier guten Projektleitern, die ein Auge darauf haben.

Preisliche Anforderungen: Wieviel darf es kosten?

Um diese Frage zu beantworten, lesen Sie sich noch einmal die Ziele durch, die Sie aufgestellt haben. Welchen Wert hat das für Sie? Wieviel Gewinn machen Sie mit der Verbesserung und wieviel sparen Sie ein? Teilen Sie diesen Wert durch 2! 50% für Sie als Verdienst und 50% als Budget für die Softwarefirma, die es umsetzt. Lassen Sie sich anschließend ein Angebot machen, um zu sehen, ob eine Firma Ihr Projekt für den Preis umsetzen würde.

Organisationsstruktur: Hier sind Sie gefragt

Die bisher aufgestellten Anforderungen sind alles Anforderungen an die Software. Doch jetzt geht es um Anforderungen an Sie! Wie müssen Sie Ihre Firma umstrukturieren, um harmonisch mit der Software zusammenzuarbeiten? Was kommt mit der Veränderung auf Sie zu? Wird es, nach der Lehre des Change Management, auch User geben, die mit der Einführung keineswegs einverstanden sind? Vielleicht hilft Ihnen hier ein Coach oder Unternehmensberater weiter, der das IT-Projekt in seinem Gesamt-Umfeld sieht.

Das Pflichtenheft

Jetzt, wo Sie die Anforderungen kennen, schreiben Sie sie nieder! Das Pflichtenheft ist die formale Grundlage, der Vertrag einer Softwareentwicklung. Benötigen Sie Hilfe bei der genauen Formulierung oder benötigen Unterstützung bei der Konzeption, kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch!

So beraten Unternehmensberater Unternehmen

Sind Sie auch einer dieser Unternehmer, die Unternehmensberater für herausgeschmissenes Geld hält? Dann lesen Sie diesen Artikel, um die Guten von den Schlechten zu unterscheiden!

Beratung ist ein weitgefächerter Begriff

Fakt ist: Unternehmen, die sich beraten lassen, sind am Markt durchschnittlich erfolgreicher. Ob jetzt die Unternehmensberatung Ursache für den Erfolg ist oder eher der Erfolg und die Größe einer Firma Unternehmensberatung fast zwingend vorschreibt, wird dabei aber noch nicht klar.

Manche fragen sich, warum Unternehmensberater andere Unternehmen weiterbringen wollen, anstatt ihr Wissen dafür einzusetzen, selbst die perfekt laufende Firma aufzubauen. Dazu ist zu sagen, dass jeder Berater auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert ist, das nur einen Teil der Unternehmensführung betrifft. Sie sind als Firma also auch gut beraten, für unterschiedliche Problemstellungen (Personal-Coaching, Finanzen, Innovations-Entwicklung) auch unterschiedlich spezialisierte Unternehmensberatungen anzuheuern. Verzichten Sie hier auf die Allrounder, denn Sie selbst sind ja schon etwas wie ein Allrounder, indem Sie ein Unternehmen führen.

Die Tätigkeit des Beratens

Einen guten Unternehmensberater kennzeichnet aus, dass er nicht bestimmt, sondern berät. Sie bleiben der Chef, bekommen aber Zusatzwissen, das Ihnen hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Im Umkehrschluss geben Sie dem Unternehmensberater viele Informationen, Zugang zu Datenquellen, damit dieser wirklich ein realistisches Bild von Ihrem Unternehmen hat.

Echte Daten als Beratungsgrundlage

Lassen Sie sich nicht von Allerwelts-Weisheiten lenken, sondern arbeiten Sie mit wissenschaftlich fundierten Daten. Dazu können folgende Datenquellen beitragen:

  • Interne Datenquellen
    • Buchhaltungsdaten
    • Kennzahlen
    • CRM-Daten
    • ERP-Daten
    • Website-Statistiken
  • Externe Datenquellen
    • Statistiken
    • Studien
    • OpenData-Datenbanken (z.B. Postleitzahlen)
    • Aus dem Web gesammelte Daten

Dabei ist wichtig, dass die Daten eine gewisse Relevanz und Aussagekraft haben müssen. Relevanz haben Daten genau dann, wenn sich aus ihnen Kennzahlen berechnen lassen, die eine konkrete Handlung zur Steuerung vorschlagen.

Perspektiven haben

Gute Unternehmensberater sollten nicht nur den Ist-Zustand betrachten, sondern auch mögliche Entscheidungen, Veränderungen und vor allem mehrere Varianten vorzeigen.

Bei Entscheidungen sollten zum einen Pro-Contra-Listen aufgestellt werden, zum anderen aber diese Faktoren auch bewertet werden.

Fazit

Gute Unternehmensberater sind rar. Achten Sie genau auf die Methoden und fragen Sie im Vorhinein, was der Unternehmensberater tun will und auf welcher Grundlage er arbeitet.

Wie man Pro-Contra-Punkte in eine Entscheidung umwandelt

Sicher haben Sie schon mit einer Pro-Contra-Liste eine Entscheidung gefällt. In diesem Artikel will ich eine maschinelle Methode vorstellen, wie beispielsweise auch Google anhand solcher Pro-Contra-Listen ein Suchergebnis auswählt.

Mehrere Faktoren als Entscheidungsgrundlage

Was sich hinter einer Pro-Contra-Liste verbirgt, sind im Grunde mehrere Faktoren, die die Entscheidung in irgendeiner Weise beeinflussen sollen. Um das ganze etwas zu formalisieren, um es für mathematische Berechnungen zugänglich zu machen, teilen wir die Entscheidungsfindung in verschiedene Kriterien ein. Anschließend geben wir den einzelnen Kriterien Werte.

Ein Beispiel:
Sollten wir VPAs buchen oder interne Service-Mitarbeiter beschäftigen.

Kriterium VPAs eigene Mitarbeiter
Fixkosten je Monat 20€ 2000€
Kosten je Stunde 15,88€ 0€
Flexibel zubuchbar +1 (pro) -1 (contra)
Servicequalität -1 (contra) +1 (pro)

Gewichtungen

Allein von der Bewertung der einzelnen Kriterien lässt sich noch keine Entscheidung fällen, da die Gewichtung fehlt. Es muss eine Gesamt-Punktzahl als Summe der Gewichtung mal dem Kriterium errechnet werden. Die Variante mit der höheren Punktzahl ist unsere Entscheidung. Meist ist es sinnvoll, jedes Kriterium so zu gewichten, dass die Punktzahl anschließend dem Kapitalendwert der Entscheidung entspricht, sprich: Wir rechnen Entscheidungen in Geld um. Sie können allerdings auch jede andere Denkstütze für die Gewichtung nutzen, beispielsweise Glück; Oder gewichten Sie willkürlich. In unserem Beispiel würde man beispielsweise die Fixkosten mit Faktor 1 und die Kosten je Stunde mit Faktor 100 anrechnen, da ein Mitarbeiter erwartungsgemäß 100 Stunden arbeiten wird.

Gewichtung durch Lernbeispiele

Eine effektivere Methode als die manuelle Festlegung der Gewichtungen der einzelnen Kriterien ist das automatische Ermitteln der Gewichtungen durch maschinelles Lernen. Anstatt der Gewichtungen gibt man dem Computer Beispiele anhand derer der Computer die beste Gewichtung finden soll.

Beispiele: Fixkosten pro Monat dürfen maximal 100-fach so hoch sein wie die Stundenkosten, ansonsten nimmt man die Stundenkosten. Fehlende Flexibilität kann zu Stoßzeiten 5.000 € Schaden anrichten. Fehlende Servicequalität fügt 2.000 € Schaden zu.

Wenn Sie einige solche Beispiele aufgestellt haben, können Sie zufällig Gewichtungen wählen und anschließend prüfen, ob die Entscheidungen wie in den Beispielen beantwortet wurden. Wenn nicht, waren die Gewichtungen falsch, ansonsten haben Sie eine Lösung gefunden. Der Computer probiert dann systematisch (z.B. durch Hill Climbing) Gewichtungen durch, bis eine gute Lösung gefunden wurde.

Wie funktioniert das bei Google?

Google hat mehrere hundert Faktoren, um eine Website einzuschätzen. Einige davon finden Sie unter https://www.webdesigner4seo.com/google-ranking-faktoren-2015/. Wie wichtig die einzelnen Faktoren anschließend sind, ermittelt eine KI, indem sie die Faktoren ausgewichtet. Dabei gibt es sowohl allgemeine Gewichtungen, die Gewichtung kann aber auch personalisiert werden. In diesem Fall sehen Sie Ihr persönlich auf Sie zugeschnittenes Suchergebnis.

Was bedeutet das für Sie

Haben Sie eine Entscheidung vor sich, dessen Ausgang Auswirkungen von mehreren Millionen Euro hat oder viele kleine Entscheidungen, die zusammen tausende Euro Unterschied machen, lassen Sie sich eine Faktoren-Gewichtung anfertigen! Am Ende ist die richtige Entscheidung mehr wert als das Honorar des Mathematikers oder Informatikers, den Sie anheuern mussten, um die Entscheidung zu rechnen.

Mit Wahrscheinlichkeiten zu besseren Entscheidungen

Kennen Sie die Kauf-Vorschläge von Amazon? Kunden, die … gekauft haben, kauften auch …

Das Gesetz der Ähnlichkeit

Ähnliche Ursachen haben auch ähnliche Wirkungen. Kaufen viele Kunden zum Laptop eine Laptop-Tasche dazu, tut Amazon gut daran, neuen Kunden, die einen Laptop kaufen, ebenfalls eine Laptop-Tasche anzubieten. Die Wahrscheinlichkeit ist immerhin hoch, dass der Kunde zusätzlich kaufen wird. Hinter diesen Angeboten steckt keine Magie, sondern einfachste Mathematik.

Die Datengrundlage

Wie hoch die Wahrscheinlichkeiten für einzelne Ereignisse sind, ist kein Geheimnis mehr, wenn Sie eine gute Datenbasis haben. Wollen Sie umfangreiche Schlussfolgerungen ziehen, sollten Sie auch umfangreich Daten sammeln. Als Richtwert können Sie ab 1.000 Datensätzen sinnvolle Schlussfolgerungen ziehen. Vorher sind zu viel Ausfallwerte dabei. Sammeln Sie nicht nur eindeutige Geschäftsvorfälle, beispielsweise Buchungen, sondern wirklich jedes Detail. Jeder Zwischenanruf nicht zustande gekommener Aufträge, idealerweise jede Augenbewegung des Kunden über den Ladentisch. Je mehr, desto besser. Doch achten Sie auf den Datenschutz. Auf keinen Fall dürfen gewisse Muster oder Daten-Inhalte Rückschluss auf Personen zulassen, ansonsten hat die Person ein Mitspracherecht bei der Verwendung der Daten und muss ihre Zustimmung geben.

Komplexere Zusammenhänge

Personen, die das Controller-Magazin lesen, haben auch das Handelsblatt gelesen. Das mag sein, aber es gibt zum einen hunderte Einflussfaktoren, das Handelsblatt lesen zu wollen, aber auch hunderte kleine Magazine wie das Controller-Magazin. Sie werden kaum genug Datenbestand für jede Sparte sammeln können.

Abhilfe schaffen hier Hilfs-Wahrscheinlichkeiten, wie man sie aus Bayes-Netzen kennt. In unserem Beispiel ist das die Zufallsgröße „Wirtschaftsnachrichten-Interessierter“. Durch das Lesen des Controller-Magazins steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Person an Wirtschaftsnachrichten interessiert ist. Man hat die Erfahrung gemacht, dass man Wirtschaftsnachrichten-Interessierten gut das Handelsblatt verkaufen kann. Durch diese Zwischenstufe erhalten Sie insgesamt eine höhere Qualität der Vorhersagen, da für diese Oberbegriffe eine größere Datenbasis verfügbar ist.

Feedback

Neben der ursprünglichen Datenquelle kann Feedback aus den bereits gewonnenen Erkenntnissen die Ergebnisse von Auswertungen verbessern. Beispielsweise könnte man Vorschläge als „unpassend“ markieren. Diese Unpassend-Markierung wird ebenfalls im System vermerkt und fließt in die Wahrscheinlichkeitsrechnung mit ein. Dadurch können Sie maschinell gewonnenes Wissen noch durch menschliche Eingriffe verfeinern.

Anwendungen

Anwendungsfälle für wahrscheinlichkeitsbasierte Entscheidungen gibt es viele. Die offensichtlichste sind Kauf-Vorschläge in Online Shops. Doch es gibt weit mehr Anwendungen. Haben Sie beispielsweise mal Ihre Preiskalkulation als Wahrscheinlichkeits-Netz aufgefasst? Oder den Ausschuss an Maschinen in Abhängigkeit vom Mitarbeiter, der Maschine und der Tageszeit? Anwendungen gibt es viele, doch für einige gewinnbringende Ideen muss man etwas schärfer nachdenken.

Fachkundige Mitarbeiter finden

Suchen Sie neue Facharbeiter, die auch etwas leisten können? In diesem Artikel wollen wir Ihnen eine neue Form der Rekrutierung aufzeigen, die bei uns schon hervorragend funktioniert hat.

Das deutsche Ausbildungssystem

Das Problem am deutschen Ausbildungssystem: Es wird nach Bedarf und nicht nach Interessen ausgebildet. Viele Auszubildenden haben keine berufliche Perspektive und lassen sich gerne eine Aufgabe geben, sind aber wenig eigeninitiativ. Wenn Sie genau solche Personen nicht wollen, ist die hier vorgestellte Methode vielleicht etwas für Sie. Nur so viel: Die Mitarbeiter, die Sie suchen, lassen sich vielleicht gar nicht auf ein staatliches Bildungsangebot ein.

Social Recruiting

Wollen Sie Mitarbeiter, die in Ihrem Fachgebiet gut aufgestellt sind? Dann suchen Sie diese auch dort, wo sich diese Genies austoben. Finden Sie Online-Foren, beispielsweise finden Sie Embedded-Entwickler auf www.mikrocontroller.net, gute Dreher auf www.cncecke.de und so weiter.

Anstellung über Projekteinstieg

Betrachten Sie ein Arbeitsverhältnis nicht als lebenslangen Pakt des Versorgens und Arbeitens im Gegenzug. Ködern Sie fähige Mitarbeiter lieber über Projekte. Beschreiben Sie Projekte oder Produktentwicklungen aktiv und gehen Sie auch auf technische Details ein. Ihr perfekter Mitarbeiter wird sich definitiv an der Diskussion, beispielsweise im Forum, beteiligen. Stellen Sie den Mitarbeiter über das Projekt ein und geben Sie ihm genau so interessante Nachfolge-Projekte.

Die Annäherung

Machen Sie bloß nicht den Fehler, einfach eine Stellenausschreibung in eines solcher Foren zu stellen und zu warten, bis sich jemand meldet. Gute Mitarbeiter funktionieren so nicht. Gehen Sie stattdessen direkt auf die Kandidaten zu. Verkneifen Sie sich auch die Äußerung „Bewerben Sie sich doch einfach mal bei uns“. Machen Sie stattdessen ein Initiativ-Arbeitsangebot. Laden Sie den Kandidaten direkt zum Vorstellungsgespräch ein.

Das Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräche funktionieren auch anders, als Sie es sonst gewohnt sind. Statt fiesen Fragen, ob der Kandidat sich vorstellen kann, auch nach XYZ umzuziehen, lassen Sie den Kandidaten von seinen Fähigkeiten erzählen und überlegen Sie, wie Sie diese Fähigkeiten jenseits Ihrer Vorstellungen einsetzen können. Zwingen Sie den Kandidaten nur zu Konventionen, wenn es fachlich absolut notwendig ist.

Initiative Menschen sind eigenwillig

Finden Sie den perfekten fachlich fitten Mitarbeiter, müssen Sie wohl einige Abstriche bei der Sozialkompetenz machen. Unterstützen Sie Ihr Talent trotzdem, indem Sie ihm das Arbeiten so ermöglichen, wie er es am besten kann. Das kann bedeuten, dass Sie auch mal Ausnahmen, beispielsweise beim gemeinsamen Mittagessen, machen müssen, oder gesonderte Maßnahmen bei der Mobbing-Prävention ergreifen müssen.

Aufstieg Ihrer Firma

Ihre Firma wächst, aber Ihre Kapazitäten wachsen nicht mit? Vor diesem Skalierungsproblem stehen einige Firmen und nehmen deshalb keine neuen Aufträge an oder versäumen es, an interessanten potenziellen Kunden dranzubleiben.

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Vervielfachen von Produktionskapazitäten

Kommen Sie mit der Produktion nicht hinterher, ist der erste Gedanke, neue Maschinen anzuschaffen. Warum das manchmal weniger Sinn macht, erfahren Sie in diesem Artikel. Sind Sie reiner Auftragsfertiger, ist es Ihr Job, neue Maschinen zu kaufen und gute Mitarbeiter zu finden. In allen anderen Fällen: Lassen Sie die Finger davon. Es gibt genug Auftragsfertiger, die Ihre Probleme (=Aufträge) gern haben wöllten. Handeln Sie mit diesen einen guten Preis aus und Sie werden, selbst wenn Sie schwankende Kapatzität benötigen, nicht auf die Nase fliegen.

Vervielfachen von Kundenbetreuern

Kundenbetreuer, die sich mit dem Behandeln von Reklamationen, Kundensupport und dem Informieren neuer Kunden beschäftigen, sind schwer einzuarbeiten. Erarbeiten Sie Materialien, die neu einzuarbeitenden Mitarbeitern das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um arbeiten zu können. Ist das dafür nötige Wissen unklar oder ändert sich schnell? Dann setzen Sie auf Wissensmanagement! Ein kleines Firmen-Wiki hilft meistens schon. Im Firmen-Wiki könnten Sie Übersichtsseiten zur Einarbeitung, Nachschlage-Seiten zum Auffinden von Antworten auf häufige Fragen, sowie Beitrags-Seiten zur detaillierten Erläuterung eines Themas einrichten.

Sollten die Informationen, die untereinander geteilt werden sollen, noch beweglicher, dynamischer und vor allem recht strukturiert sein, sollten Sie über den Einsatz einer Datenbank nachdenken. In diese können Sie spezielle Suchverfahren einbauen lassen, sowie Analysen auf den gesammelten Daten fahren.

Kommen Sie nicht schnell genug an neue Mitarbeiter heran, nutzen Sie doch einfach die vielen VPA-Services, die es gibt. VPAs sind virtuelle private Assistenten, Personen, denen Sie Ihr Firmen-Wiki oder Zugang zu Ihrer Firmen-Datenbank geben, sowie eine Einarbeitungs-Anleitung hinterlegen. Der VPA wird anschließend Anrufe der Hotline für Sie entgegennehmen. Bereiten Sie die flexibel gebuchten VPA gut auf ihre Arbeit vor, skalieren Sie quasi unbegrenzt.

Vervielfachen von führenden Mitarbeitern

Planungs- und Organisationsaufgaben sind am schwierigsten zu skalieren, da ihre Aufgaben sehr komplex und vor allem kreativ sind.
Versuchen Sie trotzdem, Regeln und Regelmäßigkeiten zu finden. So muss ein Produktionsleiter, der einen Schichtplan schreibt, beispielsweise die „Zufriedenheit“ seiner Mitarbeiter durch geschickte Planung erreichen. Beispiele für Regeln, die eine „Zufriedenheit“ erreichen können, wären folgende:

  • Ein Mitarbeiter sollte nicht zwei mal hintereinander an einer schweren Maschine arbeiten; keinesfalls öfter als sein Nachbar
  • Ein Mitarbeiter sollte nach 2 Arbeiten an einer schnellen Maschine entweder eine Pause oder eine einfachere Arbeit bekommen
  • Alternativ könnte man ein Punktesystem erarbeiten und die Mitarbeiter können selbst über ihre Belegung abstimmen, solange sie genug Punkte haben

Fazit

Ihre Firma kann skalieren. Manchmal braucht es eines schlauen Ansatzes, manchmal eine Investition in beispielsweise eine Datenbank, aber es ist möglich.

Neue Mitarbeiter einstellen?

Sie haben ein inhabergeführtes Unternehmen und wollen so langsam wachsen? Waren die Mitarbeiter bis jetzt Handlanger, müssen nun auch verantwortungsvolle Aufgaben zwischen mehreren Personen aufgeteilt werden? Dann lesen Sie diesen Artikel.

personal

Einzelkämpfer im Vorteil

Kleine Unternehmen, die nur aus dem Inhaber bestehen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil: Sie haben den Überblick über alle Prozesse, alle Kunden, alle Aufträge und alle Produktionsmittel. Diesen Vorteil nutzen sie radikal aus, um beispielsweise Fahrten zu kombinieren, Termine elegant umzuschieben oder 1A Kundenservice abzuliefern.

Starrere Prozesse bei mehreren Mitarbeitern

Je mehr Beteiligte es am Wertschöpfungsprozess gibt, desto mehr Konventionen gibt es. Termine lassen sich nicht mehr flexibel umschieben, da beispielsweise der Raum schon anderweitig ausgebucht ist, der Kundenservice wird durch andere Personen als die Produkt-Entwickler durchgeführt, der eine Kundenbetreuer kennt nicht die Kunden des zweiten Betreuers und vieles mehr. Die Firma schottet sich in immer mehr Abteilungen ab, die kaum noch gemeinsames Wissen oder gemeinsame Tätigkeiten haben.

Kommunikationsproblem

Ein Gesamtwissen wiederherzustellen wird desto unmöglicher, je größer das Unternehmen ist. Auch kann das Abstimmen von Terminen mit Räumen zu einem erheblichen Kommunikationsaufwand führen. Kurzum: Es gibt ein Kommunikationsproblem. Könnte man Wissen mit weniger Aufwand weiterreichen und Entscheidungen schneller fällen, als dass X Beteiligte erst reagieren mussten, könnte man die Flexibilität, die der Einzelkämpfer einst hatte, zurückgewinnen.

Wie löst man das Problem

Ein Ansatz der Problemlösung liegt im Coaching. Mitarbeiter können antrainiert werden, bestimmte Dinge zu kommunizieren. Es können Konventionen eingeführt werden, die die Abstimmung untereinander nach festen Regeln organisieren.

Ein anderer Ansatz ist der Einsatz von Datenbanken und Software. In einer Datenbank kann das gesamte Firmenwissen über Lieferanten, Kunden, Aufträge, Projekte, einzuhaltenden Vertragsklauseln und vielem mehr abgelegt werden. Durch Suchmasken bewahrt man Nutzer davor, sämtliches Wissen lernen zu müssen und gibt ihnen eine Möglichkeit, lediglich das für sie relevante Wissen herauszufiltern. Kundenbetreuer können plötzlich auf Fragen antworten, die sie selbst nicht beantworten können, deren Antwort aber in einem Expertensystem hinterlegt ist.

Planen und Abstimmen durch Software

Noch interessanter wird es bei der Planung und Abstimmung. Während man bei der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation noch auf alle Beteiligten warten musste, bis einer Verlegung z.B. des Seminarraums zugestimmt wurde, kann eine Software diese Verlegung nach festen Regeln sofort genehmigen oder ablehnen. Den Beteiligten wird lediglich 1 Minute vor Seminarbeginn der genaue Ort ihres Treffens mitgeteilt. Von dem Umherschieben der Räume haben sie nichts gemerkt und dadurch wichtige Zeit gespart.

Fazit

Einige Organisationsprobleme können Sie durch Coaching lösen. Doch jeden neuen Mitarbeiter zusätzlich zu coachen, ist auch aufwendig. Denken Sie stattdessen über einen Softwareeinsatz nach, der Ihnen Zeit spart, Wissen untereinander teilt, Wissen filtert und die Flexibilität zurückgibt.

Finanz-Simulation für mittelständische Unternehmen

Sie kennen die Kostenvergleichsrechnung aus dem Controlling? Dann halten Sie sich fest. Denn das Verfahren kann man mithilfe einer Finanz-Simulation stark präzisieren und sogar visualisieren.

Simulationsgrundlagen

finanzsimBei der Simulation geht es nicht nur darum, den Kapitalwert einer Entscheidung zu ermitteln, sondern über den gesamten Lebenszeitraum hinweg die Kapitalflüsse jeder Periode zu ermitteln.

Für Nicht-BWLer: Wir wollen für jede durchgerechnete Variante wissen, zu welchem Zeitpunkt uns wieviel Geld zur Verfügung steht und was mit dem Geld passiert.

Eine Simulation läuft in sog. Simulationsschritten ab. Jeder Simulationsschritt symbolisiert eine Periode, beispielsweise einen Monat. Für jede Periode wird anhand von Regeln festgelegt, welche Buchungen auftreten werden. Im Gegensatz zur Kostenvergleichsrechnung beherrscht die Simulation wesentlich komplexere Szenarien. Prinzipiell kann man jedes beschreibbare Phänomen in einer Simulation abbilden.

Mögliche Simulationsregeln

Hier eine Liste an Beispielen für Simulationsregeln:

  • Eine einmalige Zahlung: im Juni 2020 kommen 2.000 Euro Neuanschaffungskosten für Gerät XXX auf uns zu
  • Periodische Zahlung: die monatliche Miete beträgt 1.200 Euro
  • Es wird periodisch Ware verkauft. Ein Erlös von 35 Euro pro Stück multipliziert mit der (vermuteten) Verkaufsmenge
  • Zufällig geschieht alle 5 Perioden ein Produktionsausfall, der durchschnittlich 400 Euro Schaden anrichtet

Die Regeln lassen sich beliebig verfeinern:

  • So kann die Miete A bis August 2024 begrenzt sein, da ab dann Miete B in Kraft tritt, die eine andere Höhe hat
  • Der Zeitpunkt einer einmaligen Zahlung kann von einem anderen Ereignis abhängen – beispielsweise der Markteinführung eines Produkts
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Schadens ist höher, wenn Sicherheitsmaßnahme X nicht durchgeführt wird, die aber monatliche Kosten von Y verursacht

Die Varianten simulieren

Basierend auf dem Simulations-Grundgerüst können nun Varianten simuliert werden. Varianten sind in einer Simulation lediglich veränderbare Parameter an den Regeln. Mögliche Varianten können sowohl klassische A-B-Vergleiche wie in der Kostenvergleichsrechnung sein, aber auch wesentlich komplexer ausarten. Beispiele:

  • Maschine A oder B kaufen: Regeln für Anschaffungskosten, Betriebskosten und Produktionsmenge variieren
  • Zeitpunkt eines Umzuges in neue Räumlichkeiten: Regeln für Miethöhe und Arbeitsproduktivität variieren

Analyse der Varianten

In der Finanz-Simulation lassen sich die Varianten wesentlich genauer analysieren als in der traditionellen, starren Kostenvergleichsrechnung. So wird neben dem Kapitalwert auch die Liquidität zu jedem Zeitpunkt ermittelt. Neben dem Vorteil der besseren Planbarkeit, lassen sich mit der Simulationsmethode beispielsweise Tagesgeld-Kontokurrent-Kredite berechnen.

Wiederverwendbarkeit

Simulationen sind wiederverwendbar. Sind Ihre Annahmen richtig gewesen oder müssen sie angepasst werden? Die Simulations-Regeln sind schnell an die Realität angepasst und darauf basierend können Sie neue Glaskugel-Erkenntnisse gewinnen.

Fazit

Mit der Finanz-Simulation bauen Sie sich ein mächtiges Werkzeug, die Auswirkungen von Entscheidungen zu prüfen. Fangen Sie an, die eigene Simulation zu entwickeln oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um sich die vorwiegend technischen Aspekte dieser Arbeit abnehmen zu lassen.